Am Alten Fronhof


Aber Herr Wachtmeister – Polizeistunde, kennen wir nicht!
[Klaus & Klaus]


Wer „Deutschland“ sagt, sagt „Bier“. Und wer „Köln“ sagt, sagt „Kölsch“. Köln war schon seit dem Jahre 873 ein Zentrum des Brauens mit einer ungewöhnlich hohen Anzahl von Hausbrauereien. Man kann sich fragen, ob dies etwas mit dem Aachener Konzil zu tun hat. In 817 wurde Bier offiziell zum christlichen Heiltrunk erhoben und somit zum festen Bestandteil klösterlicher Nahrung. Und die Brauereien hatten einiges zu tun, denn es stand jedem Klosterbruder täglich eine Ration von über 5 Litern (!) Bier zu. Im 9. Jahrhundert gab es nur das sogenannte „Gruit-Bier“ (Kräuterbier). Hopfen und Hefe waren noch unbekannt, man griff auf die verschiedensten Kräuter (z.B. Schafgarbe und Wacholder) zurück und verließ sich auf die „natürliche Luftgärung“, die natürlich durch in der Luft vorkommenden Hefen ausgelöst wurde. Im 11. Jahrhundert wird aus Venedig eine Gabel mit 2 Zinken eingeführt, die man Gaffel nennt, und bei den Tischgesellschaften der Brauer verwendet wurden. Wie beliebt das Bier in dieser Zeit schon war, zeigt sich auch darin, dass der Familienname "Bierbauch" in Namenslisten um 1169 auftaucht. In 1302 wird das Brauhaus „Zum Leisten“ (an dessen Stelle später die Gaffel-Brauerei errichtet wurde) erwähnt, weil 1543 der kölner Rat Hermann von Weinsberg, im Widerspruch zu seinem Familiennamen, als amtlichen Bierprüfer eingesetzt wurde. Wir können uns nur fragen, ob er seine Aufgaben auch mit nach Hause genommen hat.

Das „moderne“ Kölsch wird mit Gerstenmalz, Hopfen und Wasser gebraut. Einige Brauer setzen einen kleinen Anteil Weizenmalz zu. Der Hopfen für Kölsch stammt überwiegend vom Niederrhein, aus der Gegend von Kerpen und Düren sowie aus der Hallertau und Tettnang am Bodensee. Während die meisten obergärigen Biere bei Temperaturen um 20 °C vergoren werden, geschieht dies bei den meisten Kölsch Brauereien deutlich kühler, bei etwa 14–16 °C.


Heutzutage trinkt man Kölsch nicht mehr nur in Köln. Im 21. Jahrhundert werden jährlich ca. 3 Millionen Hektoliter (300.000.000 Liter!) Kölsch gebraut, die in der ganzen Welt genossen werden. Auch wenn Sie ein Kölsch auch zu Hause genießen können, wird Ihr Erlebnis nur dann besonders authentisch, wenn Sie dies im historischen Ambiente tun können. Und hier bietet "Am Alten Fronhof" die perfekte Umgebung zum Entspannen und Genießen. Sei es im Biergarten, wo die schöne alte Kirche und die Stadt Köln im Tal vom Gespräch ablenken kann oder in dem jahrhundertealten gemütlichen Ausschank. "Am Alten Fronhof" hat all dies um Ihr Erlebnis zu optimieren.
Aber Sie sind sich noch nicht sicher? Vielleicht, dass diese Begriffsklärung Ihnen helfen kann, Kölsch wie ein Kölner zu trinken.


Drinkste eine met?Artikel 10 der Kölner Grundgesetz. Wörtliche Übersetzung: "Trinkst du einen mit uns?" Auch Titel eines der Lieder einer der bekanntesten Kölner Bands, die Bläck Fööss. Wenn der Wirt entscheidet, dass es Zeit ist dieses Lied zu spielen, seien Sie darauf vorbereitet von Ihren Nachbarn fest gepackt zu werden, weil sie Ihnen mit Tränen in den Augen fragen werden, ob Sie ein Glas mit ihnen trinken werden. Und obwohl die Kölner oft als "ein bisschen eigen" charakterisiert werden, scheinen sie diesem Gesetz buchstabengetreu zu folgen.
SchunkelnWenn Sie dieses Lied zusammen mit Ihren Nachbarn singen, werden Sie diese körperlichen Bewegungen machen. "Schunkeln" gehört zu den Kölnerinnen und Kölnern wie schwingende Hüften zu Elvis.
Kölschglas oder StangeKölsch wird traditionell aus einem schlanken, zylindrischen, relativ dünnwandigen Glas mit einem Inhalt von 0,2 Liter getrunken. Das relativ geringe Fassungsvermögen geht noch auf frühere Schankgewohnheiten zurück. Es entspricht inzwischen nicht mehr den Wünschen aller Lokalbetreiber, da es einen deutlich höheren Zeit- und Personalaufwand erfordert, als er für größere Trinkgefäße anfallen würde. Gläser größer als 0,2-Liter sind jedoch unter Kennern verpönt, unter anderem, weil Kölsch im Gegensatz zu anderen Bieren nach dem Einschenken sehr rasch seinen frischen Geschmack und seine Schaumkrone verliert.
Stössje oder StößchenAlptraum unserer bayerischen Freunde. Vereinzelt trifft man in traditionellen Kneipen auch auf das halbe Kölsch, das in einer Stange mit nur 0,1 Litern Inhalt serviert wird.
PittermännchenIn einigen Brauhäusern kann kein Fisch, aber ein 10-Liter-Fass, das Pittermännchen, zum Selberzapfen an den Tisch bestellt werden. Wie die meisten Biere, besonders die obergärigen, entwickelt das Kölsch seine volle geschmackliche Vielfalt erst ab einer gewissen Temperatur, weshalb es bei 8 bis 10 Grad serviert wird.
Pappnase
  • Duden - Pappnase (Papp|na|se,ˈpapnaːzə); [lustig geformte] Nase aus Pappe, die bei Kostümierungen über die eigene Nase gestülpt werden kann. Beispiele: eine Pappnase aufsetzen, 〈in übertragener Bedeutung:〉 ein paar Pappnasen
    1. umgangssprachlich: verkleidete Karnevalisten;
    2. abwertend: seltsame Typen;
  • Akademie för Kölner Sproch - Pappnase; Pappnas
  • Kölner Stadt Anzeiger - Pappnas, Blootwoosch, Kölsch Elf Dinge, die ein echter Kölner immer dabei hat
    Sie ist die Minimalverkleidung an den jecken Tagen und auch außerhalb der Session vielseitig einsetzbar: die Pappnas. In der Redaktion des „Kölner Stadt-Anzeiger“ gibt es sogar eine ganze Schublade voller Reserve-Pappnasen - man weiß ja nie. Glaubt man den Höhnern, kommt der Kölner gar mit einer roten Nase auf die Welt: „Met ner Pappnas jeboore ...“
KöbesKöbes ist die kölsche Form von Jakob und gleichermaßen auch in anderen Dialekten im Rheinland vertreten, wird aber gelegentlich auch in der Nebenbedeutung "eigensinniger, kantiger oder vierschrötiger Mensch" verwendet. Der Köbes und seine Art zu servieren gehören zur typisch rheinischen Brauhauskultur. Die oft ruppige Art der Köbesse wird auf die in besucherfreundlicher Gastronomie wenig geschulten Brauknechte, die auch im Schankraum bedienen mussten, zurückgeführt:
 
"In Köln war alles anders. [...] Man bestellt kein Kölsch in einem Brauhaus, man bekommt es zugeteilt. Ebenso wenig ist der Köbes ein Kellner, sondern ein Brauereigehilfe, dessen Stolz es ausschließt, Bier an Tische zu tragen. Sofern sich Kölner allerdings an Regeln halten, was selten genug der Fall ist, tun sie es in Erwartung der damit verbundenen Ausnahme, deren eine besagt, dass Köbesse letzten Endes doch Bier an Tische tragen, weil sie Unternehmer sind und ergo keine Kellner. [...] An einen Köbes musst du glauben wie an die Vorsehung oder den Erzengel Gabriel. Dann wird alles gut." [Frank Schätzing, Keine Angst]
 
Offensichtlich hat Herr Schätzing sich nie in "Am Alten Fronhof" verwöhnen lassen...

ZappesDer Zappes ist im Rheinland der Zapfkellner, der das Kölsch aus dem (Holz)Fass an den Köbes oder in kleineren Kneipen auch direkt an Gäste ausschenkt. Der Köbes bezahlt das Bier traditionell mit Biermarken, die auf einen hölzernen Kasten gelegt werden. Der Zappes wird von der Brauerei über einen Stundenlohn entlohnt, da er meist keinen Anteil am Trinkgeld hat. Noch am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Tätigkeit oft von minderjährigen Zappjungs durchgeführt. Der Name leitet sich von Zappes für Zapfhahn ab. Heutzutage servieren einige Brauereien und Kneipen in Köln noch immer Bier aus Holzfässern und setzen Zappes ein.
KranzDer Köbus verwendet zum Servieren seit Ende des 19. Jahrhunderts den Kranz – ein Behältnis für bis zu 18 Stangen mit zwei Tragegriffen in der Mitte – je einer oben und im Boden. Die Person, die einen Kranz bestellt, hat immer ganz schnell neue Freunde.
Der BierdeckelUrsprünglich wurde der Deckel auf das Glas gelegt, damit nichts hineinfällt und das Bier länger frisch bleibt. Darüber hinaus ist es aber in den Brauhäusern und Kölner Kneipen wie "Am Alten Fronhof" Brauch, die Anzahl der bestellten Kölsch mit einem Strich auf dem Deckel zu vermerken. So behalten der Gast und der Köbes den Überblick, wie viele Kölsch bereits getrunken wurden. Und das ist auch nötig: Denn hat man sein Kölschglas geleert, bringt einem der Köbes umgehend und ungefragt ein weiteres Kölsch. Das geht dann so lange, bis man seinen Deckel auf sein Kölschglas legt. Damit signalisiert man, dass man kein weiteres Kölsch mehr möchte und der Köbes weiß: "Der hät keine Doosch mih." (Der hat keinen Durst mehr).

Aber vielleicht sind wir ein bisschen zu begeistert von unserem Kölsch. Vielleicht ist Bier nicht wirklich Ihr Ding und genießen Sie lieber einen guten Wein. Natürlich sind Sie da auch hier an der richtigen Adresse. Gerne teilen wir mit Ihnen unsere Sammlung an lokalen und internationalen Weinen. Auf diese Weise können Sie das Bouquet Ihres Weines richtig genießen, so wie es sein sollte. Fragen Sie einfach. Es wird Sie überraschen, wie Sie das Team vom "Am Alten Fronhof" verwöhnen kann...